Weltlauf

 

Ein Mensch ,erst zwanzig Jahre alt,
beurteilt Greise ziemlich kalt
und hält sie für verkalkte Deppen,
die zwecklos sich durchs Dasein schleppen.

Der Mensch,der junge wird nicht jünger:
Nun,was wuchs denn auf seinem Dünger ?
Auch es sieht ,dass trotz Sturm und Drang,
was er erstrebt,zumeist misslang,
dass,auf der Welt als Mensch und Christ


zu leben nicht ganz einfach ist,
hingegen leicht an Herrn mit Titeln
und Würden schnöd herumzuknitteln.

Der Mensch,nunmehr bedeutend älter,
beurteilt
JETZT die Jugend kälter,
vergessend frühres Sich-Erdreisten:" Die Rotzer sollen erst was leisten!

Zeit ist hin,du löst dich unbewusst,
und leise mehr und mehr von meiner Brust.

Ich suche Dich mit sanftem Druck zu fassen,
doch fühl ich wohl,
ich muss dich ziehen lassen.

So lass' mich denn ,bevor du weit von mir,
ins Leben gehst noch einmal danken dir.

Und magst du nie,was rettungslos vergangen,
in schlummerlosen Nächten heimverlangen.

Hier steh ich nun und schaue bang zurück,
vorüber rinnt auch dieser Augenblick.

Und wieviel Stunden dir und mir gegeben ,

wir werden keine mehr zusammen leben
Die Zeit ist hin.

Erinnerungen werden wach !





 

 

Für elegante Frauen bin ich nichts,
sie suchen nur nach einem Rassehund.

Sie sehen nicht den Ausdruck des Gesichts,
und nicht das Gold auf meines Herzensgrund.

Drum hab ich mir ein Plätzchen auserwählt,
wo sie von Scherenschleiferei nicht sprechen.

Sie finden mich bezaubernd und beseelt
und lieben mich mit allen meinen Scwächen.

Text : Lotte Tiedemann *
Zeichnung : Lina von Schauroth.

Zwei leider vertsorbene Mitstreiterinnen im Kampf gegen di
e Vivisektion.

 

 

Arbeitslos

Kalle Gross ist arbeitslos,
tief im Hals da steckt ein Klos,
fast ein halbes Leben
hat er dem Betrieb gegeben
selten krank und und stets bereit,'
einsatzfreudig und gescheit,
stets loyal und sehr bescheiden,
alle konnten ihn gut leiden.
Das alles hat ihn nichts genuützt,
weil er nun auf der Strasse sitzt.
Man hat die jüngeren behalten,
"freigestellt ".erst mal die Alten .
Ob der Betrieb daran gesundet,
die Bank die Schulden weiter stundet,
Zweifel sind da angesagt,
an Kalle Gross Enttäuschung nagt,
Bitterkeit und grosser Frust
nehmen ihm die Lebenslust.,
springt am Bahnhof vor den Zug.
der ihn sonst zur Arbeit trug!

Dieses traurige Gedicht stammt aus der Feder von Ernst Hartmann
einem Frankfurter Lyriker
............

Die Rose

 

Der Rose süsser Duft genügt,
man braucht sie nicht zu brechen.
Und wer sich mit dem Duft genügt,
den wird der Dorn nicht brechen

Bitten zum Neuen Jahr

Lehr mich die Kunst de kleinen Schritte.
Schenke mir das Fingerspitzengefühl,um herauszufinden,was erstrangig und was zweitrangig ist.

Bewahre mich vor dem Glauben ,es müsse alles glatt im Leben gehen.
Erinnere mich daran,dass das Herz oft gegen den Verstand streikt.
Schicke mir im rechten Augenblick jemand,der den Mut hat,mir die Wahrheit in Liebe zu sagen.
Gib mir das tägliche Brot für Leib und Seele,eine Geste Deiner Liebe,ein freundliches Echo,
und weniggstens hin und wieder das Erlebnis,dass ich ghebraucht werde.
Mache aus mir einenMmenschen,der einem Schiff imTiefgang gleicht,um auch die
zu erreichen die unten sind.

Das wünsche ich mir.

von Antoine de Saint -Exuperie

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