Das Karussell

Mit einem Dach und seinem Schatten
dreht sich eine Weile der Bestand
von bunten Pferden,alle aus dem Land,das lange zögert eh
es untergeht.
Zwar manche sind an Wagen angespannt,doch alle haben Mut
in ihren Mienen;
ein böser roter Löwe geht mit ihnen und dann und wann
ein weisser Elefant.
Sogar ein Hirsch ist da,ganz wie im Wald,nur dasss er
einen Sattel trägt
und drüber ein kleines blaues Mädchen aufgeschnallt.
Und auf dem Löwen reitet weiss ein
kleiner Junge
und hält sich mit der kleinen heissen Hand,derweil der
Löwe Zähne zeigt
und Zunge.Und dann und wann ein weisser Elefant-
Und auf den Pferden kommen sie vorüber,auch Mädchen
helle
diesem Pferdesprunge fast schon erwachsen;mitten in dem
Schwunge
schauen sie auf ,irgendwohin,herüber-
und dann und wann ein weisser Elefant.

Und das geht hin und eilt sich,dass
es endet,und kreist und dreht
:sich nur und hat kein Ziel .
Ein Rot,ein Grün,ein Grau vorbeigesendet ,ein kleines
kaum begonnenes Profil-
Und manchesmal ein Lächeln ,hergewendet ,Ein seliges
,das blendet
und verschwendet an dieses atemlose blinde Spiel.
Rainer Maria Rilke

Ob ich Dich liebe
Seh' ich nur einmal Dein Gesicht,
Seh' Dir ins Auge nur einmal,
frei wird mein Herz von aller Qual.
Gott weiss,wie mir so wohl
geschicht !
Ob ich Dich liebe weiss ich nicht
.J
J.W. von Goethe

Im Dorfe
Es bellen die Hunde,es rasseln die
Ketten.
Die Menschen schnarchen in ihren Betten,
träumen sich Manches was sie nicht haben,
tun sich im Guten und Argen erlaben:
Und morgen früh ist alles zerflossen,
je nun,sie haben ihren Teil genossen,
und hoffen was sie noch übrig liessen,
doch wieder zu finden auf ihren Kissen
Bellt mich nur fort ihr wachen
Hunde
last
mich nicht nicht ruhn in der Schlummerstunde
Ich bin zu Ende mit allen Träumen
was will ich unter den Schläfern säumen ?

Gute Nacht
Fremd bin ich eingezogen, fremd
zieh ich wieder aus.
Der Mai war mir gewogen mit manchem Blumenstrauss.
das Mädchen sprach von Liebe, die Mutter gar von Eh',
nun ist die Welt so trübe, der Weg gehüllt in Schnee.
Ich kan zu meiner Reisen nicht
wählen mit der Zeit,
muss selbst den Weg mir weisen in dieser Dunkelheit.
Es zieht ein Mondenschatten als mein Gefährte mit,
und auf den weissen Mattensuch such' ich des Wildes Tritt
Was soll ich länger weilen bis man
mich trieb hinaus ?
Lass ihre Hunde heulen vor ihres Herren Haus !
Die Liebe liebt das Wandern, Gott hat sie so gemacht
von einem zu dem Andern, Fein Liebchen gute Nacht.
Will dich im Traum nicht stören,
wer schad' um deine Ruh '
Sollst meinen Tritt nicht hören sacht, sacht die Türe
zu.
Ich schreibe nur im Gehn ans Tor noch Gute Nacht,
damit du mögest sehen, ich hab an dich gedacht.

Die Tulpe

Andre mögen andre loben,mir behagt mein
reich Gewand,
durch sei eigen Lied erhoben pflückt dich eines Dichters
Hand.
In des Regenbogens sieben Farben wardst Du eingeweiht
und wir sehen was wir lieben an dir zu der selben Zeit. Als mit ihrem Zauberstabe Flora dich
entstehen liess,
einte sie des Duftes Gabe deinem hellen bunten Vlies.
Doch die Blumen all ,die frohen ,standen
nun voll Kummers da
als die Erde deinen hohen Doppelzauber werden sah.
"Göttin ! o zerstör uns wieder denn
wer blickt uns nur noch an ? "
Sprach's die Rose , sprach's der Flieder,sprach's der
niedere Thymian.
Flora kam um auszusagen deinen Blättern
ihren Duft :
du erfreust , sie sagt's ,die Augen,sie erfreun die
dunkle Luft .
(Graf von Platen )

Die
Rose

Wenn erst die Rosen verrinen aus Vasen der
vom Strauch
und ihr Entblättern beginnen, fallen die Tränen auch
Gottfried Benn
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Gelbe Rosen
Wir haben nicht das Glück genossen in
indischer Gelassenheit;
in Qualen ist's emporgeschossen, wir wussten nichts von
Seligkeit
Verzehrend kam's in Sturm und Drange ;Ein
Weh nur war es ,keine Lust !
Es bleichte deine zarte Wange und brach den Atem meiner
Brust.
Es schlang uns ein in wilde Fluten,es riss
uns in den jähen Schlind;
Zerschmettert fast und im Verbluten lab endlich trunken
Mund und Mund:
Des Lebens Flamme war gesunken ,des Lebens
Feuerquell verrauscht
bis wir aufs neu den Götterfunken umfangend, selig
eingetauscht.
Theodor Storm
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Rosenzeit
Wenn die wilden Rosen blühen an des Feldes
Rand
frisch gemähtes Wiesengrün duftet durch das Land.
Wenn in stillen Waldesgründen sich die roten Beeren
ründen
und die Sommerzeit verkünden
wenn der Himmel bläut so weit ,
oh du
schöne Rosenzeit
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ell und warm ist nun die Nacht , länger wird der Tag ,
dass er all der Schönheit Pracht , in sich fassen mag.
Frühling ist noch nicht gegangen, Sommer hat schon
angefangen .
Beide hold vereinigt prangen
Herbst und Winter sind noch weit,
oh du
schöne Rosenzeit .
*************

Ja in Rosen steht die Welt aber ahnungsbang
rauscht durchs Ährenfeld schon ein fremder Klang.
Bald ertönt der Erntereigen und die Rose wird sich
neigen
und die Vögel werden schweigen .
Ach wie bald dann liegst du weit ,
oh du
schöne Rosenzeit.
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Die Pfingstrose

Ein Hauch von Rosa, so zart wie Puder
aufgelegt ein Märchenbild in einem grünen Rahmen,
ganz eingehüllt in rosa Seide darf sie als Königin im
Garten stehn ,
der sonnenanfangs Augenweide, und wer sie sieht so
strahlend schön.
Verkörperung der Daseinsfreude, dem wird der Trübsinn
schnell vergehn.
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Der
Oktober
Fröstelnd
geht die Zeit spazieren. Was
vorüber schien,beginnt . Chrysanthemen
blühn und frieren. Fröstelnd
geht die Zeit spazieren . und
du folgst ihr wie ein Kind.
-.....................
Geh
nur weiter,bleib nicht stehen.
Kehr
nicht um,als sei´s zuviel.
Bis
ans Ende musst Du gehen,
hadre
nicht in den Alleen.
Ist
der Weg denn schuld am Ziel ?
.......................
Geh
nicht wie mit fremden Füssen und .als hättst du dich
verirrt. Willst du nicht die Rosen grüssen ? Lass den
Herbst nicht dafür büssen, dass es Winter werden wird.
.....................
Auf
den Wegen in den Wiesen
leuchten
wie auf grünen Fliesen,
Bäume
bunt und blumenschön.
Sinds
Buketts für sanfte Riesen?
Geh
nur weiter,bleib nicht stehen.
.................
Blätter
tanzen sterbensheiter
ihre
letzten Menuetts.
Folge
langsam dem Begleiter.
Bleib
nichtstehn,geh nur weiter,
denn
das Jahr ist dein Gesetz.
.................
Nebel
zaubbern in der Lichtung eine Welt des Ungefährs. Raum
wird Traum und Traum wird Dichtung,. Folg der Zeit.Sie weiss
die Richtung. "Stirb und werde "nannte Er´s.
Verfasser
unbekannt
Mein
Freund der Hund
Ich
schenkte dir Geborgenheit,du vergiltst es mir mit Treue und Liebe
allerzeit bewegt das Herz mir stets aufs Neue. Dein höchstes
Glück ist unser Gang durch Felder ,Busch und Wiesen, da
mich erfreut der Vögel Sang, du drängst die Freunde
zu begrüssen. Wenn Kranksein,Schmerz und Ungemach mich
an meinLager zwingen, du bist bei mir,liegst still und wach, mag
Stund´um Stund´ verinnen. Ist mir ein Herzeleid
geschehn, lass mich in deine Augen schauen, "Ich bleib
bei Dir"es wird schon gehen, willst du mir sagen,"hab
Vertrauen" Ein Wesen ,dass so tief empfindet, das reich
ist an solch edlen Gaben; ganz ohne Falsch meinHerz ergründet, Hund,du
sollst keine Seele haben ??
(von
Hilde Tröller )
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