Gedichte
IV
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Die Mücken

Dich
freut die warme Sonne.Du lebst im Monat Mai.
in deiner Regentonne.da rührt sich allelei.
Viel kleine Tierlein steigen bald auf-bald niederwärts,
und was besonders eigen,sie atmen mit dem Sterz.
Noch sinsd sie ohne Tücken,rein kindlich ist ihr Sinn.
Bald aber sind sie Mücken und fliegen frei dahin
Sie
fliegen auf und nieder im Abendsonnenglanz
und singen feine Lieder bei ihrem Hochzeitstanz:
Du gehst zu Bett um zehne,du hast zu schlafen vor,
dann hörst du jene Töne ganz dicht an deinem Ohr .
Drückst du auch dein wertes Angesicht ,
dich wird zu finden wissen der Rüssel welcher sticht.
Merkst Du dass er dich impfe so reibe mit Salmiak
und dreh dich um und schimpfe auf dieses Mücken pack
Wilhelm
Busch

Die Spinne

Hochmütig über ihre Künste,warf
vom durchsichtigen Gespinnste
die Spinne manchen finsteren Blick auf einen Seidenwurm
zurück;
So aufgebläht wie ein Pedant ,der jetzt von seinem Wert
erhitzet
in Werken seiner eigenen Hand bis an den Bart vergraben
sitzet.
Und auf den Schüler , der ihn
grüsst, den Blick mit halbem Auge schiesst
Der Seidenwurm, den erst vor
wenigen Tagen der Herr vor LUst ins Haus getragen,
sieht dieser Spinne lange zu, und fragt zuletzt was
spinnst denn du`?
" Unwissender "lässt sich die Spinn erbittert
hören
Du kannst mich noch durch solche Fragen stören ? Ich
webe für die Ewigkeit.
Doch kaum erteilet sie sie den
trotzigen Bescheid
so reisst die Magd mit Borsten in den Händen
von den noch nicht geputzten Wänden
die Spinne nebst der Ewigkeit.
Die Kunst sei noch so gross die
Dein Verstand besitzet,
sie bleibt doch lächerlich wenn sie der Welt nichts
nützet
verdient, ruft ein Pedant, mein Fleiss denn keinen Dank ?
Nein ! Denn er hilft nichts mehr , als anderer
Müssiggang.
( Christian Fürchtegott Gellert )

Der
Leierkastenmann

Drüben hinter'm Dorfe steht ein
Leiermann
und mit starren Fingern dreht er
was er kann.
barfuss auf dem Eise schwankt er
hin und her
und
sein kleiner Teller bleibt ihm immer leer.
Keiner mag ihn hören,keiner sieht
ihn an ,
und die Hunde brummen um den alten Mann.
Und er lässt es gehen alles,wie es
will,
dreht und seine Leier steht ihm immer still.
Wunderlicher Alter, soll ich mit dir geh'n ?
willst zu meinen Liedern deine Leier drehen ?
( Aus:Die Winterreise )


Ich fiel, und eine weiche Wolken tiefe ,
die fing mich, trug mich ferderleicht,
als wären abertausend Wolken aufgestiegen,
um träumend eingeschlafen mich zu wiegen.
als hätten abertausend Träume nur gereicht,
um mich zu tragen, bis ich schliefe.
(Emmi Lang )
Dummheit
Du darfst so dumm sein wie du willst, wenn du nur selbst
es weisst und fühlst. Wenn du versteckst dein kleines Licht sieht
man den grossen Schatten nicht. Die Dummheit die du klug verschweigst, hilft
mehr als Weisheit die du zeigst: Halt deinen Mund und stell dich
doof, dann nennet die Welt dich Philosoph.

Freude
Klein wenig Freude klingt doch überall
und wär's nur ein winziger Sonnenstrahl,
im ärmsten Winkel ist es immer noch schön,
für den der auch Augen hat Schönes zu seh'n .
Warte nicht bis vom Himmel ein Stern die
fällt,
die kleinen Dinge bauen die Welt !
Ist es am Abend ein klein wenig hell
vergisst du die Wolken des Tages ganz schnell.
Und siehst du nur Schatten in deiner Welt,
obs nicht an den suchenden Augen gefehlt ?
lerne nur das Suchen, das dankbare Freuen,
ein klein wenig Sonne ist überall dein.

Berühr
mich
Berühr mich. Treib mich nicht an.
Raub mir Schlaf. Schenk mir Freiheit
Zeig mir Wildnis. Reiss mich mit.
Entführ mein Herz:Verschwende meinen Atem.
Schütz mein Leben.
Trockne meine Tränen.
Teile mein Glück. Liebe mich
Tim Jacobs
Die
Rose
Der
Rose süsser Duft genügt, man braucht sie nicht
zu brechen; Und wer sich mit dem Duft begnügt, den
wird der Dorn nicht stechen.

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