Koronargruppe
Die Übungsstunde für die Koronarpatienten beginne ich immer mit der Blutdruck-Messung.

Lange Jahren war ich Fussballtrainer mit DFB-Lizenz und lizenzierter Übungsleiter für Allgemeines Turnen .Nachdem der Fussball immer kommerzieller wurde,habe ich über Nacht mich entschlossen ,lieber für Menschen etwas zu tun ,die Hilfe nötiger hatten.

So entschloss ich mich dazu die Lizenz für den Behinderten-Sport zu erwerben.
Ärzte und Übungsleiter wie wir lernten



gemeinsam in den Sportschulen.
Meine Wege führten mich in die Sporthochschule Köln,das Stadtkrankenhaus Kassel sowie nach Radolfzell wo ich hospitierte.



Schwierig war es 1982 eine Abteilung zu gründen weil die Plätze in den Turnhallen sehr knapp waren.Auch war das Metier neu und es konnte sich noch niemand unter einer Koronargruppe etwas vorstellen. Mehr als 15 Personen sollten wir damals nicht aufnehmen.Es entwickelte sich ein riesiger Boom und machte es erforderlich noch mehr Hallenplatz zu fordern.Auf der Tribüne konnten wir nich üben da es zu gefährlich wäre.
Vor den Erfolg haben bekanntlich die Götter den Schweiss gesetzt.Ärzte und wir Übungsleiter büffelten gemeinsam Theorie und Praxis der Betreung behinderter Menschen.Da es ja in gewissem Sinne alles Notfallpatienten sind,ist die Ausbildung sehr intensiv.
Ich als Übungsleiter musste den Umgang mit dem Defibrillator kennenlernen.Mit diesem Gerät,das schon sicher mancher in den Fernseh-Arztserien gesehen hat,soll die Reanimation bei Kammerflimmern usw.entscheidend unterstützen.

Ich selber habe in drei verschiedenen Vereinen neue Gruppen gegründet.Sechs Internisten hatten sich damals bereit erklärt, meine nicht ganz einfache Arbeit ärztlich zu unterstützen.Ohne Beisein eines Arztes darf nicht geübt werden.In abwechselndem Rhythmus haben sie mich unterstützt.Alle sechs Wochen kam dann einer an die Reihe.Mittlerweile stieg die Teilnehmerzahl auf über einhundert Personen.Meist koronarerkrankte Menschen oder Apoplektiker.
Wie nicht nur üblich,sondern auch besonders wichtig gehört ein vernünftiges Aufwärmen an den Anfang jeder Übungsstunde.Je nach Belastbarkeit werden die Patienten in Gruppen eingeteilt.Wer aus einer Reha-Klinik kommt bringt seine Papiere mit auf denen steht wie der Patient belastbar ist und welche Medikamente er einnimmt.Patienten der Arztpraxen legen das Krankenblatt vor woraus ich die Medikation ersehen kann.Sonst darf ich mich nicht wundern wenn der Puls
nicht steigt weil ohne mein Wissen Betablocker eingenommen werden.
Eigentlich hat man als Übungsleiter immer zwei Patienten weil der dazugehörige Partner auch informiert sein muss was hier geübt wird.Das ist insofern wichtig,als daheim das Erlernte auch sorgfältig geübt werden muss.Oft stellen sich schon schöne Erfolge ein wenn z.Bsp. der Koronarpatient wieder besser belastbar ist,wenn er weniger Medikamente nehmen muss und das Selbstwertgefühl sich gewaltig gesteigert hat.!!
Leider kommen immer mehr Frauen zur Behandlung.Dys-Stress,Alkohol,Nikotin,ho
he Blutfettwerte,Hypertonie und nicht zuletzt die Ovulationshemmer spielen hier eine Rolle.Sie verändern den Östrogenschutz der Arterien und tragen
somit zu Koronarerkrankungen bei.
Unser " Betriebsklima " ist ausgesprochen gut.Wir unternehmmen Wanderungen,Grillabende,machen Bus-Ausflüge und kleine Radtouren. (Immer im Beisein eines Arztes )
Pharmafirmen unterstützen uns mit Sportgeräten und Trikots und Lehrmaterial.
Krankenkassen stellen unsere Arbeit in ihren Gesundheitsheften vor.Es hat sich einiges getan !
Höhepunkte sind die Arzt-Patienten-Semi-
nare.
Es sind für mich glückliche Momente in die strahlende Augen der bis dahin sehr
in der Bewegung eingeschrenkten Personen schauen zu können.Sie erfahren
mehr Lebensmut-und Qualität.
Durch unsere Arbeit erhält ihr Leben nicht nur mehr Jahre,sondern die Jahre auch mehr Leben.Vom Kinderturnen bis zur Seniorenbetreuung habe ich alles ehrenamtlich geleistet und es in keiner Sekunde bereut.

Eine traurige Begebenheit zum Schluss:
Wir wechselten von einem normalen Sportverein in einen Behinderten-Verein.
Der Vorsitzende des Sportvereins liess uns an einem kalten Novemberabend desalb
nich mehr in unsere bis dahin uns gehörende Halle.

Sehr niederschmetternd und beschämend sein menschenverachtender Satz:
"Ihr geht noch alle kaputt ! "
Meine Leute leben und er ist schon lange tot !

 

Das Herz

 

 Du kleines Kunstwerk der Natur, du nimmermüde Uhr
schlägst im Sekundentakt robust du Wunder der Natur
Du Pumpgenie mit Präzision hältst du von Kopf bis Fuss
zum Wohl der Zirkulation den roten Saft im Fluss.
Wie hatt ich dich so oft geplagt im alltäglichen Stress?
und deinen Rhythmus hochgejagt doch du warst krisenfest.
Du Ausdruck an Verlässlichkeit von mir oft strapaziert
im Liebeskampf der Zweisamkeit du hast es reguliert.
Nicht selten hat mit Schmerz und Leid ich dich du Herz traktiert
doch du hast mit Beständigkeit auf Lastdruck reagiert.
Bei Schlemmereien im 10. Gang und triebgeladen dreist
bist du bei solchem Waffengang mir niemals auch entgleist.
Gestern, du kleines Kunstwerk du, hat Schwindel mich erfasst
spürte ich so wie auch du,die flugs urplötzliche Hast.

Was immer auch geschehen mag ob rauf ob runterwärts

für alles bis zum letzten Schlag,
weiss ich Dir Dank

Mein Herz

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