Mit
diesen Seiten möchte ich die Erinnerungen an meine wunderbaren
Freunde wachrufen:
Im Februar
1972 besuchte ich ein Tierheim um mich nach einem Hund umzusehen der
mir in Zukunft bei meinen Beringungen behilflich sein soll.Nach langem
Suchen sah ich einen ganz demütig in der Ecke sitzenden Jagdhund
der Rasse Deutsch Kurzhaar.Es war für mich Liebe auf den ersten
Blick.Natürlich tat mir mein Herz weh alle anderen Tierchen,eines
schöner als das andere,
zurückzulassen.Mein neuer Zögling war zu diesem Zeitpunkt,der
Zahnabnutzung folgend,ca zwei Jahre alt.Ein Prachtstück von einem
Rüden.Ich kann bis heute nicht begreifen wie man so ein edles Tier
wegwirft.Vielleicht hatte er es sogar im Tierheim besser als bei seinem
Vorbesitzer. Von nun an wurden wir unzertrennliche Freunde.Er wich
nicht mehr von meiner Seite.Tiere,die bis dahin ein schlechtes Leben
führten , spüren sofort wer es gut mit Ihnen meint.Schon am
zweiten Abend fuhren wir zusammen ins Feld.Womit ich nicht rechnete:Er
riss sofort aus und ward nimmer gesehen.Als ich nach langer Suche nach
ihm an mein Auto zurückging um ihn eventuell mit diesem zu finden,
wurde ich von ihm erstmals überrascht.Er lag vor meinem Wagen und
wartete auf mich.Natürlich war meine Freude riesengross.Wir
übten jeden Tag zusammen ein Stückchen mehr an Unterordnung
und Leinenführigkeit.Ich spürte wie der Hund sich freute
richtig artgerecht beschäftigt zu werden.Mit der Zeit lernte er
das sofortige Ablegen wenn ich mich an Nester heranpirschte.Sowie ich
mich bückte,legte er sich ab.Ab diesem Zeitpunkt konnten wir
zusammenarbeiten.Er stand vor wenn irgendwo ein Gelege am Boden
vorhanden war.Auch wenn wir die Strommasten nach verunfallten
Greifvögeln absuchten,lag er vor um mir anzuzeigen dass da wieder
ein toter Vogel lag.Wir beide hatten in jeder Hinsicht das grosse Los
gezogen.
Auf seinem Rücken sah ich eine Zweimarkstück grosse Narbe.Er
wurde also vorher auch misshandelt.Immer wenn ich den Gartenschlauch in
die Hand nahm lief er panikartig weg.Ein Zeichen von falscher
Behandlung im Welpenalter.
Leider hatte mein neuer Gehilfe- ich nannte ihn übrigens Wum -
starke Probleme mit dem Zahnfleich.Es wucherte ständig und musste
immer wieder in der Tierklinik Giessen abgeätzt werden.Er wurde
leider nur zwölf Jahre alt und verstarb mir in der Nacht zum
28.Mai 1984.Die Trauer war sehr gross und noch heute erinnere ich mich
mit Wehmut an unsere schöne und glückliche Zeit.Er schlief
friedlich ein um immer wieder nachzusehen dass er in seiner letzten
Stunde nicht alleine sein musste.
Ich brauchte mich meiner Tränen nicht zu schämen.
Eines wollte ich noch erwähnen.Als mein lieber Wum 1 am 28.Mai
1984 um 6.00 Uhr starb,setzte sich bei geöffneter
Terrassentür eine Ringeltaube zu ihm,als wollte sie sich von ihm
verabschieden .
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